Silent Inflammation - Symptome, Ursachen und Behandlung von stillen Entzündungen

20. Februar 2025

Was ist eine stille Entzündung?

Eine Silent Inflammation ist eine unterschwellige Entzündung im Körper, bei der es nicht zu den klassischen Entzündungssymptomen Rötung, Schwellung, Überwärmung, Schmerzen und Funktionseinschränkung kommt. Daher bleibt die Entzündung unbemerkt, weshalb auch von einer „Stillen Entzündung“ die Rede ist.

Folgen einer stillen Entzündung

Die unentdeckte Entzündung kann schwerwiegende Probleme im Körper verursachen und ist oftmals Auslöser oder Mitverursacher einer ganzen Reihe von Erkrankungen wie:

  • Depressive Verstimmungen
  • Schlafstörungen
  • Metabolisches Syndrom
  • Adipositas
  • Typ-2-Diabetes
  • Chronische Kopf-, Muskel-, und Gelenkschmerzen
  • Wiederkehrende Infekte
  • Arteriosklerose
  • Nicht-alkoholische Fettleber (NAFL)
  • Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose
  • Neurodegenerative Erkrankungen (Morbus Parkinson)
  • Tumorerkrankungen
  • Long-/Post-COVID-Syndrom

Ein schleichender Prozess - Wie entsteht eine Silent Inflammation?

Eine Hauptursache der stillen Entzündung sind bakterielle Lipopolysaccharide (LPS), die vermehrt in den Blutkreislauf eindringen und so die Entzündungsfaktoren im Körper erhöhen.

LPS ist Bestandteil der Zellwand bestimmter Darmbakterien.

Unser Darm ist dicht mit Bakterien besiedelt, die uns bei der Verdauung helfen und uns vor Krankheiten schützen. Doch leben diese fleißigen Helferchen nicht ewig. Sterben die Bakterien ab, wird das LPS aus der Zellwand freigesetzt. Normalerweise scheiden wir das LPS auf natürlichem Wege aus und es gelangen nur geringe Mengen in den Blutkreislauf. Doch ist die Darmschleimhaut geschädigt (Leaky Gut), kann das LPS vermehrt in den Blutkreislauf gelangen. Trotz fortwährendem Einstrom von LPS sind die Mengen so gering, dass die Entzündung nicht bekämpft wird. Die Silent Inflammation läuft unterschwellig ungebremst weiter. Durch die Dauerstresssituation für das Immunsystem tritt früher oder später eine Immunblockade ein. Die Folge: Das Immunsystem wehrt Angreifer wie Viren nicht mehr effektiv ab. Infektionen können chronisch werden. Killerzellen töten entartete Zellen nicht mehr zuverlässig ab und die Tumoranfälligkeit steigt.

Bei einem Leaky Gut ist die Zellschicht der Darmschleimhaut zu durchlässig. Schadstoffe und Krankheitserreger können ungehindert in den Blutkreislauf gelangen.

Wenn die Silent Inflammation aufs Gemüt schlägt

Die Silent Inflammation schädigt auf Dauer den Körper und fördert weitere Erkrankungen. Auch depressive Verstimmungen sind eine mögliche Folge, da sich die stille Entzündung negativ auf den Tryptophanstoffwechsel auswirken kann.

Die essentielle Aminosäure Tryptophan ist entscheidender Ausgangsstoff für die Produktion des Glückshormons Serotonin.

Eine Silent Inflammation führt zu einem gesteigerten Verbrauch des Tryptophans. Tryptophan ist wichtig für die Bildung von Serotonin. Steht nicht mehr genügend Tryptophan zur Verfügung, kommt es zu einem Serotonin-Mangel.

Die “stillen” Signale des Körpers erkennen

Da bei einer Silent Inflammation Symptome einer klassischen Entzündung fehlen, bleibt die Entzündung lange Zeit unbemerkt und somit auch unbehandelt. 

Dennoch gibt es erste Anzeichen, die auf eine Silent Inflammation hindeuten können und die nicht selten auftreten, bevor es zu den oben genannten Folgeerkrankungen kommt:

  • Energielosigkeit
  • Müdigkeit
  • wiederkehrende Erkältungen
  • (neue) Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Schlafstörungen

Was tun, wenn's unterschwellig brennt?

Sie haben den Verdacht, dass bei Ihnen eine Silent Inflammation vorliegen könnte? Der Silent-Inflammation-Check des MVZ Institut für Mikroökologie hilft, stille Entzündungen zuverlässig aufzudecken.

Eine passende Behandlung setzt beim Ursprung einer Silent Inflammation an: dem steten Eintrom von LPS durch eine vermehrt durchlässige Darmschleimhaut. Dadurch kann die stille Entzündung beseitigt werden und der Körper kann sich wieder erholen.

Ihre Ärztin oder Ihr Therapeut können den Silent- Inflammation-Check veranlassen. Dazu entnimmt Ihr Arzt oder Ihre Therapeutin eine Blutprobe und sendet sie zur Auswertung ins MVZ Institut für Mikroökologie. Nach etwa einer Woche nach Probeneingang erhalten Ihre Ärztin oder Ihr Therapeut einen Befund mit detaillierten Erläuterungen und individuell abgestimmten Therapieempfehlungen. Selbstverständlich liegt die Auswahl der für Sie geeigneten Behandlungsmaßnahmen im Ermessen Ihrer Ärztin oder Ihres Therapeuten, die oder der Sie und Ihre Beschwerden am besten kennt.